
Wie viel Platz braucht ein Workshop wirklich?
Die Personenzahl in Raum-Inseraten ist fast immer die Reihenbestuhlung. Für einen Workshop ist sie nutzlos — und die Wand ist wichtiger als die Fläche.
Pure Arena · Neustadtstrasse 6 + 8
Die häufigste Frage, die wir bekommen, lautet: «Passen wir da rein?» Die zweithäufigste, drei Wochen später: «Warum war das so eng?» Beide Male geht es um dieselbe Zahl — und die Zahl ist meistens falsch, weil sie aus der falschen Rechnung stammt.
Wer einen Raum vermietet, gibt gern die maximale Belegung an. Die entsteht durch Reihenbestuhlung: Stühle in Reihen, alle schauen nach vorn, niemand steht auf. Dafür genügt rund ein Quadratmeter pro Person. Ein Workshop ist das Gegenteil davon. Dort stehen Menschen auf, gehen an Wände, bilden Gruppen, tragen Stühle. Der Platzbedarf verdreifacht sich.
Die Faustregeln, mit denen wir rechnen
Für einen Tag mit Gruppenarbeit rechnen wir 3 bis 4 m² pro Person. In einem 75-Quadratmeter-Raum sind das 20 bis 24 Menschen — nicht 40, wie die Fläche vermuten liesse. Sitzt dieselbe Gruppe an einem Konferenztisch, sind es 10 bis 12, weil der Tisch selbst Platz braucht und alle einander sehen müssen.
Die zweite Grösse ist die, über die niemand spricht: die bespielbare Wand. Vier Kleingruppen brauchen vier Flächen, an denen gleichzeitig gearbeitet werden kann, ohne dass sich Leute im Weg stehen. Als Richtwert nehmen wir 2.5 Laufmeter pro Gruppe. Ein Raum mit viel Fläche und wenig Wand ist für einen Workshop schlechter als ein kleinerer Raum, an dem man rundherum arbeiten kann.
Platzbedarf nach Format
| Format | pro Person | in 75 m² | Was den Ausschlag gibt |
|---|---|---|---|
| Reihen, Präsentation | ≈ 1.0 m² | 40+ theoretisch | Machen wir nicht — dafür gibt es Säle |
| Konferenztisch | ≈ 4.5 m² | 10 – 12 | Tischgrösse und Sichtlinie zum Screen |
| Workshop mit Gruppenarbeit | ≈ 3.2 m² | 20 – 24 | Laufmeter Wand, nicht Bodenfläche |
| Offene, bewegte Formate | ≈ 4.0 m² | 16 – 18 | Wege zwischen den Stationen |
| Impuls auf der Tribüne | ≈ 1.8 m² | bis 14 | Sichtachse, kein Tisch nötig |
Werte aus unseren eigenen Räumen, gemessen und über zwei Jahre mit echten Gruppen geprüft. Sie gelten für Räume mit Tageslicht und mindestens 2.8 Metern Höhe.


Warum zu eng nicht als Enge auffällt
Wenn ein Raum zu klein ist, beschwert sich selten jemand über den Raum. Was passiert, ist subtiler: Die Gruppe wird leiser. Menschen sagen Dinge nicht mehr laut, weil die Nachbargruppe mithört. Sie stehen nicht auf, weil sie dabei jemanden anrempeln würden. Am Ende hat man einen Tag lang sitzend diskutiert statt gearbeitet — und niemand weiss, warum es zäh war.
Das ist der Grund, weshalb wir bei der Buchung eher abraten als zuraten. Wenn 26 Personen einen Workshop machen wollen, empfehlen wir zwei Räume statt einen grossen. Zwei mal 75 m² nebeneinander sind für Gruppenarbeit fast immer besser als 150 m² am Stück — die Gruppen hören einander nicht, und die Pausen entzerren sich von selbst.
Was das für die Buchung heisst
In unserer Suche gebt ihr die Personenzahl an, und die Räume, die nicht passen, werden grau. Die maximale Belegung hängt vom Aufbau ab: Zemp Meetup bis 24, Komeo Corner bis 28, Pure Arena bis 24 und The Studio bis 35 Personen. Impact Forum bietet bis 52 Plätze über zwei Räume verteilt. Für einen ganzen Arbeitstag zählt der passende Aufbau: Tischplätze, Stuhlkreis und Reihen bieten unterschiedlich viel Platz.
Wer zwischen zwei Grössen liegt, nimmt die grössere. Der Preisunterschied zwischen einem Raum und zwei Räumen ist kleiner als der Unterschied zwischen einem produktiven und einem zähen Tag — und deutlich kleiner als die Personalkosten der Menschen, die diesen Tag verbringen.
Unsicher, welcher Raum passt?
Gebt in der Suche Datum und Personenzahl ein — die Räume, die für euer Format zu klein wären, erscheinen gar nicht erst als Vorschlag. Oder kommt zwanzig Minuten vorbei und schaut selbst.